Interview mit Dirk Kreuter

Dirk Kreuter

Interview mit Dirk Kreuter

Dirk Kreuter, Bestseller Autor & Verkaufstrainer # 1, zu Gast im Influently Podcast.

Dirk Kreuter ist # 1 Verkaufstrainer und einer der gefragtesten Redner im deutschsprachigen Raum, der sein Marketing- und Vertriebswissen in diversen Veranstaltungen weitergibt. Er ist Autor, Co-Autor und Mitherausgeber von über 50 Fachbüchern, DVDs und Hörbüchern.

Ich bin Mohamad Chouchi von Influently und ich freue mich riesig, dass ich Dirk Kreuter für dieses Interview gewinnen konnte. Wenn Ihr Euch diese Podcast Folge komplett anhören wollt, dann geht auf den Link in den Shownotes.

Dirk hat enorme Reichweiten in den Social Media Kanälen, auf YouTube über 88.000 Abonnenten, Instagram 91.000, Facebook 60.000 und über 100.000 Podcast Downloads im Monat. Er ist Unternehmer und arbeitet mit internationalen Unternehmen, wie zum Beispiel Miele, Bayer, EON, Siemens, Deutsche Post, Lufthansa und viele mehr.

Dirk, was bedeutet für Dich das Wort Influencer?

Influencer ist jemand, der anderen ein Stück weit Orientierung bringt und in eine Richtung weist. Ein Influencer ist für mich mehr, als nur ein Meinungsmacher, er ist ein Beeinflusser. Und zwar nicht im negativen Sinn, ganz im Gegenteil. Ich hatte vor einigen Jahren ein Lieblingsbuch, das heißt „The Tipping Point“ von Malcolm Gladwell, einem New York Times Journalisten. Gladwell hat sich damit auseinandergesetzt, wie sich Seuchen ausbreiten konnten und anhand dieses Beispiels Geschäftsmodelle analysiert. Das Buch ist schon etwas älter, aber jedem zu empfehlen, der sich für Influencer-Marketing interessiert.

Ich möchte den Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz klarmachen, dass sie Verkäufer sind, und dass Verkaufen nichts Negatives ist im Gegenteil. Meine Botschaft ist, dass sie das Bild des Verkäufers einfach mal anders reflektieren sollten.

Sind wir alle Verkäufer?

Jeder ist ein Verkäufer. Wir verkaufen alle etwas, nicht nur ein Produkt oder eine Dienstleistung, sondern Meinungen oder uns selbst in der Sozialakquise. Als Bewerber verkaufen wir uns, als Führungskraft verkaufst Du Deinen Mitarbeitern Deine Ziele und Wünsche. Amerikaner sagen dazu: „Life is a sales talk.“

Ist Influencer-Marketing nur ein Hype?

Die Marketing Strategen suchen immer nach neuen Wegen, um Kunden anzusprechen. Unser Gehirn sucht immer nach Neuem. Einen Hype gibt es immer wieder, vor fünf Jahren hatte Facebook noch nicht diesen Stellenwert, da gab es StudiVZ und Myspace. Vor 20 Jahren gab es CompuServe, ein wichtiger Pionier und Wegbereiter für zahlreiche Kommunikationsmöglichkeiten. Und mittlerweile hat sich Facebook komplett durchgesetzt.

Jetzt gibt es eben Influencer-Marketing. Wir alle suchen nach Orientierung und nach Persönlichkeiten, mit denen wir uns identifizieren können. Und die kopieren wir ein Stück weit. Wenn zum Beispiel Manuel Neuer Nutella empfiehlt, könnte man sagen, wenn ich das auch esse, kann ich genauso werden wie er. Es ist natürlich eine logische Weiterentwicklung, dass wir auch im Marketing sagen, es gibt Influencer, die für bestimmte Dinge stehen oder dagegen und an denen orientieren wir uns. Das war schon immer so, nur hat es einen neuen Namen bekommen: Influencer-Marketing.

Müssen Influencer immer nur Stars sein oder ist jeder Influencer, der große Reichweiten hat ein Star? 

Das sind für mich auch Stars auf ihre Art und Weise und in ihrem Bereich. Wie zum Beispiel Karl S., der im Fitnessbereich ein ganz starker Influencer ist. Diese Leute gibt es auch im Kosmetik- und Modebereich oder beim Thema Autotuning. Im Ruhrgebiet sind Autotuner mit einer Sendung im Fernsehen und einem starken YouTube Kanal. Das sind auch Stars.

Wieso arbeiten viele Unternehmen noch nicht mit Influencer?

Zum einen ist es bei vielen noch nicht angekommen. Der zweite Punkt ist, dass der Erfolg nicht sauber zu messen ist. Für mich ist das im Moment noch nicht der stärkste Kanal. Ich sehe momentan das Thema Online Marketing. Influencer-Marketing könnte es aber für ein neues Produkt sein, dass empfohlen wird. Das ist jeweils abhängig vom Produkt und von der Zielgruppe. Ein neuer Lippenstift zum Beispiel, Zielgruppe sind die 13- bis 18-jährigen, da kann ich mir Influencer-Marketing als den besten Weg mit dem größtem Hebel vorstellen.

Hast Du einen Tipp für gute Podcasts und für Erfolg im Social Media?

Podcast hat eine ganz andere Zielgruppe als Social Media Kanäle. Das Durchschnittsalter des Podcast Hörers ist zwischen 40 und 45. Das Durchschnittseinkommen so zwischen 60.000 und 85.000 im Jahr. Das sind offizielle Zahlen aus den normalen Statistiken. Der Podcast Hörer nutzt in der Regel Apple Devices, also iPhone oder andere Apple Produkte und ist durchschnittlich höher gebildet, als zum Beispiel der typische YouTube Konsument. Da hast Du also schon mal eine ganz andere Zielgruppe. Diese Menschen kommen wegen dem Content, bleiben aber wegen der Persönlichkeit. Die wollen keine aalglatten, geschnittenen Podcasts sehen. Die Persönlichkeit des Autors kommt viel stärker rüber, wenn Versprecher und Störungen drin bleiben. Der Podcast muss eine gewisse Regelmäßigkeit haben. Für uns ist eine Frequenz von drei Folgen in der Woche der beste Kompromiss. Das muss man permanent machen, ohne eine lange Pause dazwischen. Und Interaktion ist ganz wichtig, die Fragen im Podcast zu beantworten.

Social Media, wie YouTube hat eine ganz andere Zielgruppe. Die Kernzielgruppe bei YouTube ist deutlich jünger, so 17 bis 25. Es gibt einen Trick, wie Du die auch mit dem Podcast erreichen kannst. Die wenigsten wissen, dass bei YouTube 30 Prozent der Videos nur mit Ton gehört werden. Der Podcast wird ein zweites Mal verwertet, nur mit der Tonspur, die in YouTube eingestellt wird. Das funktioniert hervorragend. Du kommst mit dem gleichen Medium, mit dem gleichen Content an eine jüngere Zielgruppe. Das muss aber maximal 10, 15 Minuten lang sein, längere Podcasts hören sich Jüngere nicht an. YouTube ist ein guter Kanal, nicht nur zur Wissensvermittlung, das sieht man gut bei Karl S., der natürlich auch Trainings- oder Ernährungsvideos macht, aber da schaut man auch, was hat er für ein Auto, welche Klamotten trägt er und so weiter. Die Leute kommen wegen dem Content und bleiben dann wegen der Persönlichkeit.

Wie wichtig sind Social Media Kanäle wie Instagram oder Facebook?

Bereiche, wie Kosmetik, Mode, Fashion oder Styling laufen über Instagram. Auch wir sind auf Instagram und machen zwei, drei, vier Posts am Tag für unsere Community.

Facebook ist für meine Produkte und Dienstleistungen mit Abstand der wichtigste Kanal, weil die Zielgruppe gut targetiert wird und weil Werbung geschaltet werden kann. Es ist ein Mix der verschiedenen Social Media Kanäle. In YouTube schalte ich mehr Content und Podcast. Und um wirklich guten Umsatz zu machen und die Zielgruppe zu erreichen, ist Facebook für mich der wichtigste Kanal. Welcher Kanal der richtige ist, hängt von der Zielgruppe ab. Wer ist die Zielgruppe und wo hält sie sich auf? Wir haben festgestellt, dass wir mit Twitter oder Pinterest kaum jemanden erreichen und konzentrieren uns auf Podcast, YouTube, Facebook und Instagram.

Wie sieht in Deutschland die Zukunft für Influencer-Marketing aus?

Das ist im Moment noch in den Kinderschuhen und wird noch viel, viel mehr werden. Es wird nicht mehr Werbebudget geben, sondern es wird sich umverteilen. Marketing in etablierten Kanälen wird nicht mehr so funktionieren, wie früher. Heute macht man Kooperationen mit Influencer, die für bestimmte Werte stehen und genau die richtige Zielgruppe erreichen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit Influencer-Marketing zu starten, bevor die Preise steigen?

Bei manchen Dingen ist es zu früh, bei manchen zu spät. Die Investitionen im Influencer-Marketing sind noch überschaubar, was auch daran liegt, dass Influencer ihren Marktwert noch nicht einschätzen können. Der richtige Zeitpunkt hängt auch von der Branche ab. Die Preise werden natürlich steigen, abhängig von Angebot und Nachfrage. Der passende Influencer hat nicht unbedingt viele Follower und eine möglichst große Reichweite, sondern er hat Follower, die auf ihn hören.

Ist Geld der Treiber für erfolgreiches Influencer-Marketing?

Die Gefahr ist, dass viele junge Menschen glauben, sie brauchen keine guten Noten und keine Ausbildung, sie können sich gut stylen, sehen gut aus und werden erfolgreiche Influencer. Viele hätten gerne den Status und das Geld eines Promis. Es reicht aber nicht, gut auszusehen, fit zu sein und nach außen etwas darzustellen. Du musst wissen, wie die Mechanismen funktionieren.

Tipp von Dirk Kreuter an die Community:

Ihr wollt Influencer oder Unternehmer werden?

Für Influencer ist der erste Punkt: Was macht Dir Spaß? Was kannst Du gut? Was sind Deine Talente? Und was hat Deine Zielgruppe davon?

Der zweite Punkt: Wofür stehst Du und wofür stehst Du nicht? Du wirst in der Masse nur wahrgenommen, wenn Du für etwas Bestimmtes stehst. Zum Beispiel Karl S. steht für Veganer, Body Builder, der Ferrari fährt. Das ist eine klare Positionierung. Wenn Du sichtbar werden willst, musst Du ein sauberes Profil haben.

Für Unternehmer der wichtigste Tipp: Wenn Du etwas nicht verkaufen kannst, ist es nichts wert. Mein Rat: Sorge dafür, dass Du Dein Produkt, Deine Ziele und Deine Vision auch verkaufen kannst und das im Sinne von andere überzeugen, motivieren und helfen, eine Entscheidung zu treffen. Die meisten Unternehmer scheitern nicht an der Qualität oder am Produkt, sondern daran, dass sie nicht in der Lage sind, die Kunden zu überzeugen, das Produkt zu kaufen.

Können Interessierte Dirk direkt kontaktieren?

Sehr gut funktioniert das über Facebook oder über die Kommentare bei den YouTube Video’s, die lese ich selber. Für meine Social Media Kanäle habe ich ein Team von drei Mitarbeitern, die diese Kanäle bespielen und auch auf Fragen und Anmerkungen reagieren. Für mich ist es wichtig und liegt mir sehr am Herzen, was die Community interessiert, welche Fragen, welche Herausforderungen es gibt, bei denen ich helfen kann. Also gebt mir gerne ein Feedback.

Ich bedanke mich herzlich bei Dirk Kreuter für dieses spannende Interview und die Tipps. Bitte bewertet diese Podcast Folge und vergesst nicht, den Podcast von Influently zu abonnieren, damit Ihr keine weitere spannende Folge mehr verpasst.

Ich freue mich darauf, im nächsten Jahr auf der Vertriebsoffensive von Dirk dabei zu sein. Wie Dirk sagt, normales Seminar, das sind zwei Tage, ein megageiler Event mit ein paar Tausend Menschen, ein „once in a lifetime“ Erlebnis.

Und das war es auch von der heutigen Podcast Folge. Ich freue mich sehr, dass Du wieder eingeschaltet hast.

 

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Die komplette Podcast Folge kannst Du Dir im Influently Podcast auf YouTube, iTunes, Instagram oder Facebook ansehen, wir sind auch auf Pinterest und Spotify.

Shownotes:

Dirk Kreuter: https://dirkkreuter.com/

Vertriebsoffensive von Dirk: https://www.vertriebsoffensive.de/?utm_source=website&utm_medium=menu&utm_campaign=vertriebsoffensive

Buchempfehlung: „The Tipping Point“ von Malcom Gladwell

(Amazon Link)

*Hinweis: Links Affiliate Partnerprogram (Danke für eure Unterstützung) * http://info.influencerdb.com/mohamad-…

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