Interview mit Marcel Grasschopp, dem Gründer und Geschäftsführer von Gannikus

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Interview mit Marcel Grasschopp, dem Gründer und Geschäftsführer von Gannikus

Marcel Grasschopp, dem Gründer und Geschäftsführer von Gannikus.de

Herzlich willkommen zur nächsten und heute im Gespräch mit Marcel Grasschopp, Gründer und Geschäftsführer von Gannikus GmbH. 2013 gegründet, ist Gannikus.com heute die erste Adresse, um sich über Neuigkeiten in der Fitness- und Bodybuilding Branche zu informieren. Marcel hat mit Gannikus auf YouTube, Instagram und Facebook eine großartige Community mit mehr als 300.000 Abonnenten aufgebaut.

Wir sprechen über die Anfänge und die wichtigsten Marketingkanäle und Du bekommst einzigartige Tipps von Marcel, wie heute ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und Social-Media-Kanäle richtig einsetzt wird. Marcel hat mit seinem Weg Gannikus zum größten Fitness Online Magazin im deutschsprachigen Raum gemacht.

Wie kamst Du auf die Idee, Gannikus zu gründen?

Ich hatte schon 2012 die Idee, ein reales Online Magazin zu machen. In Deutschland und auch weltweit habe ich nichts gesehen, was so unverfälscht, so ein bisschen raw war. Das war alles sehr glatt gebügelt, so Men’s Health oder Flex und so. Die sind sehr schön, haben super Bilder, das hat aber mit dem echten Leben wenig zu tun. Mein Anspruch ist, näher an der Realität zu sein, super spektakuläre Seiten dieses Sports zu zeigen, aber auch die manchmal unschönen Seiten der Szene. Ich wollte beides, aufklären und entertainen. 2013 habe ich dann praktisch angefangen, an Gannikus zu arbeiten.

Marcel war schon immer fitnessbegeistert.

Ich habe nicht erst angefangen zu trainieren, als der Hype da war. Ich bin jetzt 31 Jahre jung und poste manchmal auch alte Bilder, die schon 10, 12 Jahre alt sind. Ich habe damals trainiert, als es noch nicht so cool war und bin so 3 bis 4 Mal in der Woche ins Gym gegangen. Das erste Video von mir kam 2014, aber ich war noch weit weg von dem Level, auf dem ich heute bin. Ich baue mein Know-How immer weiter auf. Mein Ziel ist es, dass ich in 5 oder 10 Jahren das Gleiche von meinem jetzigen Level sagen kann.

Wie hast Du mit Gannikus angefangen?

Als meine Idee fest stand, habe ich mir einen Programmierer gesucht, die Domain angemeldet und einfach angefangen, Content zu produzieren. Ich habe mir Mitstreiter gesucht, weil mir schnell klar war, ich kann nicht alles alleine machen. Ich konnte damals nicht viel Geld bezahlen, habe aber an mich und meine Idee geglaubt und gesagt: Es wird funktionieren und wenn jemand dabei ist und auch von meiner Vision überzeugt ist, dann zieht er mit und steigt mit mir auf. Ich hatte mir einen Buchhalter gesucht, gute Autoren, eine Cutterin. Heute verdienen meine Mitarbeiter ein wirklich gutes Gehalt. Aber ohne diese Partner hätte ich das natürlich nicht geschafft.

Wie kam es zum Namen Gannikus?

Der Name hat eine Symbolik. Gannikus war ein Gladiator, der sich die Freiheit erkämpft hat. Gladiatoren waren praktisch Sklaven, die in der Arena gekämpft haben. Wer am Ende alle Gegner besiegt hat, hat die Freiheit gewonnen. Gannikus war in der Serie Spartakus DER Gladiator, der sich seine Freiheit erkämpft hat. So habe ich meinen Weg gesehen und bewusst diesen Namen gewählt. Ich wollte keinen 0815 Namen, sondern einen Brand Namen. Wir sind heute wahrscheinlich der bekannteste Gladiatorenhelm.

Habt Ihr Probleme mit Neidern oder Angreifern?

Gannikus nimmt kein Blatt vor den Mund, da wird schon mal versucht, uns in ein schlechtes Licht zu stellen. Wir sind oft die Mutigen, die die Wahrheit aussprechen. Wenn jemand jetzt versucht, uns, die wir eine große Reichweite haben, mit einer Lüge Schaden zuzufügen, dann ist das nicht unbedingt das Klügste. Da besteht natürlich auch für die Angreifer die Gefahr, ein ungemütliches Echo zu bekommen. Dessen muss man sich bewusst sein.

Gannikus geht immer weiter nach oben, auf YouTube, Facebook und auch auf Instagram. Was ist das Besondere an Gannikus?

Wir unterscheiden uns von den allermeisten Instagram Profilen in unserer Szene. Es gibt nicht wirklich ein ähnliches Magazin in Deutschland. Wir bieten einen Content, den die Leute anderswo nicht bekommen. Wer unsere Instagram Stories verfolgt, ist immer Up to date und weiß, was in der Fitness Welt passiert. Das unterscheidet uns erheblich von Menschen, die nur ihren Bizeps Booty oder Sixpack zeigen. Das hat irgendwann einen gewissen Sättigungsgrad erreicht.

Auf welchen Plattformen ist Gannikus zu finden?

Wir nutzen die Social Media Plattformen Facebook, Instagram und YouTube, Twitter ein wenig. Mit unserem E-Mail-Newsletter sind wir auf WhatsApp sehr aktiv. Wir bespielen eigentlich alles, wo man Leute online erreichen kann.

Welcher Social Media Kanal bietet das meiste Potential?

Das muss man differenzieren. Mit dem WhatsApp Newsletter haben wir zum Beispiel eine fünfstellige Zahl an Abonnenten und mit jedem Tag, an dem wir aktiv sind, kommen mehr Abonnenten dazu. Auf Facebook oder Instagram haben wir viel mehr Follower, die werden aber nach unten geschraubt, sobald zum Beispiel Instagram den Algorithmus ändert.

Am Anfang war Facebook der wichtigste Channel was den Traffic angeht. Das lag am Zeitgeist im Jahr 2014. Das hat sich heute geändert, seitdem Facebook die Reichweite nach unten schraubt und sich für mehr Reichweite bezahlen lässt. Dadurch ist Instagram für uns immer stärker geworden und der WhatsApp Newsletter ist wie gesagt stark. Die meisten Leute kennen mich von YouTube, was auch ein starker und wichtiger Channel ist.

Unterschiedliche Plattformen bespielen wir auch unterschiedlich. Auf unserer Homepage Gannikus.com machen wir jeden Tag 5 bis 10 neue Artikel. Bei YouTube ist es anders, da haben wir feste Formate, die wir regelmäßig bringen, wie die News, Training und Talk oder Reviews. Über die verschiedenen Kanäle erreichen wir auch verschiedene Leute. Man kann sagen, das Publikum ist nicht immer überall gleich. Wir haben viele, die uns im YouTube Channel verfolgen, aber das Online Magazin nicht zwingend anschauen. Andere sind eher auf Facebook aktiv. Wir haben eine Facebook Gruppe mit über 20.000 Mitgliedern.

WhatsApp Newsletter versa E-Mail-Newsletter

WhatsApp Newsletter ist gerade für jüngere Menschen viel relevanter. Die nutzen E-Mails vielleicht, um eine Rechnung rauszusuchen oder in der Arbeit Dokumente hin und her zuschicken. Die wenigsten haben auf ihrem iPhone aber eine E-Mail Notification eingestellt. WhatsApp ist anders, das hat fast jeder und nutzt es auch gerne. Wir grätschen da rein und bieten ihnen unseren Content an. Das funktioniert gut. Einen E-Mail-Newsletter kann man jetzt nicht dreimal am Tag rausschicken, einen WhatsApp Newsletter schon.

WhatsApp Newsletter braucht eine gute Reputation

Über WhatsApp vertrauen Dir die Leute ihre Handynummer an. Dazu gehört natürlich ein gewisser Grundtrust. Gannikus gibt es ja jetzt schon länger, wir haben eine recht gute Reputation und genießen das Vertrauen der Leute. Am Anfang war das nicht immer einfach, WhatsApp Newsletter war ein neues Thema. Aber am Ende kann man als First Mover auch am meisten dazugewinnen.

Wie lange hat es gedauert, bist Du so einen Bekanntheitsgrad in der Szene hattest?

Das hat schon so im Sommer 2014 eine Welle gemacht mit den ersten Booster Reviews. Dann kamen die ersten Aufklärungsvideos, die ganz gut eingeschlagen haben. Das wurde von vielen gesehen auf Facebook und auf YouTube. Ich habe es wohl verstanden, gewisse Mechanismen anzusprechen, die vor mir in der Fitness Welt noch einer so angesprochen hat.

Kommt es auf den Themenbereich des Channels an?

Es kommt darauf an, wie man es macht. Ich habe das nicht als Personenmarke gemacht, sondern als Online Magazin Brand. Und man muss auch unterscheiden. Schnell viele Klicks zu bekommen, bedeutet nicht, auch viel Geld zu verdienen. Peaks, was die Reichweite angeht, kann man relativ schnell erreichen. Man muss professionelle Strukturen aufbauen, um längerfristig damit Geld zu verdienen.

Gibt es ein Geheimnis, warum Du, Marcel, so erfolgreich mit Gannikus bist?

Die meisten sind zu glatt, sie trauen sich nicht viel und kopieren zu sehr. Ich war immer gut darin, etwas zu sehen, zu analysieren und zu verstehen, warum das funktioniert. Die guten Sachen habe ich für mich adaptiert. Wer das kann, kann meiner Ansicht nach schnell nach oben kommen. Außer Gannikus mache ich noch Bull & Bully, eine weitere Marke von mir. Ein ganz anderer Bereich, grob gesagt geht es um Hundefutter. Das erste Video hat auf YouTube 150.000 Views gehabt. Wir ziehen das Ganze auf eine neue Art auf und sprechen die Leute so an, wie es bisher noch keiner gemacht hat. Das funktioniert auch in anderen Bereichen. Man muss ein Rule Breaker sein, mutig sein und den Willen haben, gegen den Strom zu schwimmen.

Marcel Grasschopp als Social Media Persönlichkeit und als Privatperson.

Da gibt es keinen Unterschied. Ich bin ein sehr, sehr straighter Typ. Die Marcel Social Media Persönlichkeit und Marcel im echten Leben sind ein und dasselbe. Gannikus, YouTube, Facebook oder Instagram Kanal, das bin zu 100 % ich. Und das merken auch die Unternehmen da draußen. Sie versuchen zum Beispiel gar keine Bestechung, damit ich deren Produkt vorstelle, auch wenn es mir nicht gefällt. Die Regeln sind bei Gannikus klar vorgeschrieben und alle Mitarbeiter halten sich daran, genauso wie ich. Ich bin und bleibe authentisch.

Marcel als persönliche Marke außerhalb von Gannikus?

Im Moment stehe ich noch stark in Verbindung mit Gannikus. Aber das wird sich mit den Jahren natürlich etwas lösen. Gannikus wird immer besser, immer mehr Menschen kommen dazu, denen ich gar keinen Input mehr geben muss. Ich sage das Wort nicht gerne, aber ich bin Geschäftsführer. Mein Fokus ist nicht mehr so sehr auf dem Content, da habe ich schon sehr gute Leute, die sich tagtäglich damit beschäftigen. Wir haben einen Redaktionsleiter, der die komplette Seite leitet, eine Social Media Managerin, die betreut die ganzen Channels. Auf YouTube bin ich selbst noch präsent. Da haben wir uns jetzt einen Ernährungswissenschaftler dazu geholt, der dem Ganzen einen neuen Drall gibt. So entwickeln sich die Bereiche ohne mich immer weiter. Das ist auch gut so. Für mich war immer die Gannikus Marke im Vordergrund, nicht mein Ego. Was die Personenmarke betrifft, die wird bestimmt noch weiter wachsen und die ist dann nicht nur mit Fitness verbunden. Ich bin natürlich noch viel mehr als Fitness.

In welche Richtung gehst Du als persönliche Marke?

Das lasse ich einfach auf mich zukommen. Ich bin nicht so der typische Unternehmer, passe nicht in irgendein Konzept rein. Ich mache einfach das, was ich gerne mag und zeige das. Ich bin in der glücklichen Lage, die allermeiste Zeit das machen zu können, was ich möchte.

Was sind Deine Ziele?

Ich will viel machen, daher beginnt mein Tag auch sehr früh, um 5 Uhr morgens geht es los. Dann ist gleich Action. Spiegel lesen, mit dem Hund rausgehen, Audiobook oder Podcast reinziehen. Die beste Work-Life-Balance, einen entspannten Lebensstil und so ein bisschen nebenbei was machen, ist nicht meins. Ich bin ein Alles oder Nichts Typ. Ob man das so machen muss, wenn man vorankommen will, muss jeder selbst entscheiden. Ich habe einen unendlichen Wissensdurst und diesen unfassbaren Drang, voranzukommen.

Zu welchen Themen hörst Du Podcasts?

Aus verschiedenen Segmenten, zum Beispiel ist mir finanzielle Bildung wichtig, da muss man ein gutes Know-How haben. Es bringt nichts, viel Geld zu verdienen, man muss auch wissen, wie man es behalten kann. Und es geht in den Podcasts ganz viel um Marketing oder Persönlichkeitsentwicklung. Ein starker Podcast ist Online Marketing Rockstars oder „Aktien im Kopf“ von Kolja Barkon und GEDANKENtanken. Die haben immer coole Speaker und auch sehr coole Events. Geldbildung.de kann ich auch empfehlen. Natürlich höre ich auch den Gannikus Podcast, da werden auch ein bisschen die anderen Seiten der Fitness YouTuber gezeigt.

Bist Du ein Influencer?

Ich bezeichne mich nicht gerne als Influencer. Ich habe einen sehr hohen Impact auf Menschen, das habe ich mir lange und hart aufgebaut. Meine Reputation war mir immer sehr wichtig. Die meisten Influencer kann man eigentlich gar nicht Influencer nennen, sondern eher Dienstleister. Ihre Dienstleistung ist es, sich als Werbefläche herzugeben. Machen sie etwas kostenlos, dann zu dem Zweck, sich Reichweite aufzubauen. Viele Influencer geben sich für jeden und alles her, wenn der richtige Preis bezahlt wird. Das habe ich nie gemacht. Der Preis war und ist für mich zweitrangig. Ich habe viele Sachen gemacht, die wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn gemacht haben, aber für die Menschen einen geilen Impact hatten. Influencer mit wenig Impact werden sich irgendwann gegenseitig unterbieten.

Influencer-Marketing hat einen sehr hohen Wert. Es hat einen Branding Effekt, das Produkt oder die Marke wird gesehen. Man muss sich die richtigen Influencer raussuchen, mit denen man langfristig was aufbauen kann. Ich denke, dass diese Menschen gar nicht mehr Influencer genannt werden möchten, sondern das, was sie tatsächlich sind. Wenn zum Beispiel ein Fotograf von Kodak oder Canon angesprochen wird, eine neue Kamera vorzustellen und er kreiert super Content dazu, dann ist er kein Influencer, sondern er ist ein Fotograf.

Siehst Du eine Veränderung im Influencer-Marketing?

Macro-Influencer mit größerer Reichweite launchen mittlerweile eigene Produkte. Und das ist auch vollkommen logisch. Zum einen gehört bei vielen Produkten nicht viel dazu, sie herzustellen, zum Beispiel ein bedrucktes T-Shirt. Auch die technischen Hürden für einen Shop sind gering mit Shopify, WordPress, Wucommerce und so. Der zweite Punkt ist der Impact, den diese Influencer auf andere Menschen haben. Das bedeutet, ist die Reichweite von einzelnen Personen größer, als die einer Marke und ist der Impact größer als die Marke, dann ist es logisch, dass sie irgendwann ihre eigenen Produkte herausbringen. Für viele Marken wird es immer schwieriger. Sie geben viel Geld aus, um sich die richtigen Gesichter ranzuholen. Wichtig ist auch, ob ein Produkt austauschbar ist oder einzigartig. Eine Mercedes S-Klasse oder ein iMac sind nicht so leicht austauschbar. Ein Proteinpulver schon. Menschen möchten sich mit den Influencern, denen sie folgen und mit denen sie interagieren ein bisschen identifizieren und an ihrem Leben teilhaben. Viele Marken werden dann unspannender, vor allem, wenn sie kein wirkliches Image haben und die Produkte austauschbar sind.

Welche Tipps kannst Du unseren Podcast Hörern geben?

Jeder, der durchstarten möchte, sollte sich immer dessen bewusst sein, dass er eine Einzigartigkeit hat und die muss er zeigen. Es geht um die persönliche Brand. Wenn alle dasselbe machen, dann sind sie komplett austauschbar.

Also, macht Euer Ding, schaut nicht nach links oder rechts, sondern macht einfach das, was Ihr seid. Genau wie Gannikus das gemacht hat, genau wie Marcel es macht.

Vielen Dank an Marcel für die Zeit, die Du Dir für uns genommen hast und die spannenden Einblicke.

Die komplette Podcast Folge kannst Du Dir im Influently Podcast auf YouTube, iTunes, Instagram oder Facebook ansehen, wir sind auch auf Pinterest und Spotify.

Shownotes:

 Folge # 98:

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Marcel Grasschopp

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